JAKOB VAN RUISDAEL
Die drei Eichen
1649
Radierung
12.8 x 14.8 cm (5 x 5 ⁷/₈ inches)
Signiert und datiert in der Platte: 'JvRuisdael in f. 1649'
Provenienz
Duke of Portland
Sotheby‘s, Auktion am 8.12.1972, Nr. 73
C. G. Boerner, Neue Lagerliste 62, 1973, Nr. 45
Deutsche Privatsammlung
Überblick
Dutuit 6/I (von II); Bradley, (Print Collectors Quarterly. Vol. VII, pag. 153ff); Keyes 5/I (von II); Hollstein 6/I (von II); Slive E9/I (von II)
Wasserzeichen: Schellenkappe
Ein Markstein der europäischen Graphik.
Das großartige Hauptwerk des Künstlers im eminent seltenen ersten Zustand.
Das einzige von Slive erwähnte Exemplar in Privatbesitz neben den 4 bekannten Abzügen in öffentlichen Sammlungen.
Herrlicher Frühdruck von ganz exquisiter Druckqualität. Die feine und erst unvollständig gerissene Einfassungslinie ist noch nicht verstärkt, die Schattierung der Bäume rechts im Hintergrund und diverse Überarbeitungen, sowie die Adresse von F. van Wyngaerde fehlen noch.
Durch die Benutzung der kalten Nadel für das Laubwerk der Eichen erreichte der Künstler eine wunderbar modellierende, reiche plastische Wirkung.
Die zarten horizontalen Wischspuren und der effektvoll eingesetzte Plattenton vermitteln den Eindruck räumlicher Dimension und pulsierender Atmosphäre.
Auf der Plattenkante geschnitten. Mit vereinzelten schwachen Braunfleckchen und winzigen Bereibungen im Himmel und zwei geschlossene Randeinrißchen, sonst tadellos.
Auf de Gheyn und Buytewech zurückgehend, stellt das kleine Œuvre Ruisdaels eine substantielle Neuformulierung und einen entscheidenden Wendepunkt in der Kunst der Landschaftsradierung dar. Es ist nach Hind und Bode nur mit den Meisterwerken von Hercules Seghers und Rembrandts >Landschaft mit den drei Bäumen< von 1643 vergleichbar.

